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immer eine gute Zeit!

Uhrenzentralen bei der T&N

"Überall genaue Zeit - durch Uhrenanlagen der Telefonbau und Normalzeit GmbH"

In den folgenden Unterseiten finden Sie einige interessante Informationen über Uhrenzentralen von TN.           

Uhrenzentralen sind im Grunde auf das einfachste gebrochen Hauptuhren mit diversen Möglichkeiten zur Überwachung von Nebenuhren auf eventuelles Fehlverhalten wie das Anzeigen Falscher Zeiten, Kurzschluss, Erdschluss, Nebenschluss zu überwachen. Außerdem Verteilt eine Uhrenzentrale die Nebenuhren auf mehrere Linien um einzelne Bereiche zu isolieren oder einfach nur separat verstellen zu können.

Für zivile Zwecke (z.B. Firmen, Werke, Betriebe, Bürogebäude, Postämter, usw...) Gab es Uhrenzentralen nach einem Baustufensystem zu bestellen.

Baustufe I

Wand-Uhrenzentrale mit zwei 3/4"-Hauptuhren mit Invarpendel. Grundausbau 2 Minutenuhrenlinien auf einem Uhrenrelais. Maximal erweiterbar auf maximal 10 Minuten-Uhrenlinien auf 5 Minutenuhrenrelais.


Baustufe II

Standuhrenzentrale mit zwei 1/1" Hauptuhren mit Holzstabpendel. Grundausbau mit 2 Minutenuhrenlinien auf einem Uhrenrelais. Maximal erweiterbar auf maximal 10 Minuten-Uhrenlinien auf 5 Uhrenrelais. Als Option konnten gegen Aufpreis in der HU1 und/oder in der HU2 noch Invar-Kompensationspendel oder Riefler-Pendel verbaut werden.


Baustufe III

Standuhrenzentrale mit zwei 1/1" Hauptuhren mit Holzstabpendel. Grundausbau mit 2 Minutenuhrenlinien auf einem Uhrenrelais und einer Sekundenuhrenlinie auf einem Sekunden-Uhrenrelais. Maximal erweiterbar auf maximal 10 Uhrenlinien (Sekunden- und Minutenlinien in Summe) auf 5 Uhrenrelais. Als Option konnten gegen Aufpreis in der HU1 und/oder in der HU2 noch Invar-Kompensationspendel oder Riefler-Pendel verbaut werden.


Erweiterungen

Für jede Baustufe ließen sich gegen Entgelt Erweiterungen wie unter anderem eine Gleichlaufhaltung der HU1 mit der HU2, Fernregulierung, Signalapparate, Messeinrichtungen, Personensucheinrichtungen (TriZett) oder Linienzusatzüberwachungen einbauen. Für die Baustufen II und III ließen sich auch weitere Minutenfelder oder für Baustufe III Sekundenfelder in Zusatzschränken bestellen. Auch Weitere Linien (Minute oder Sekunde) sowie die Passenden Uhrenrelais mussten als Erweiterung zugekauft werden. Das konnte man theoretisch auch noch nachträglich einbauen lassen, da die Kabelbäume ab Werk immer für einen Vollausbau ausgelegt war. 

Ab den 70er Jahren in etwa konnte man gegen erhebliche Mehrkosten statt der mechanischen HUen auch die Quartz-HUen K6 und K7 bestellen. Diese waren einfacher in der Bedienung und natürlich unabhängiger von Störgrößen wie Erschütterung und großen Temperaturunterschieden. 


Die Bundesbahn hielt lange noch am Erfolg der mechanischen Uhr fest, sodass die letzten mechanischen Uhrenzentralen der Bahn erst nach der Jahrtausendwende außerbetrieb gegangen sind, fast 40 Jahre nach ihrem Einbau. Wer nun glaubt diese Uhrenzentralen wurden stillgelegt, weil sie über die Jahre defekt gegangen sind, irrt gewaltig. Funktionstüchtig wären die Zentralen bis heute, sogar Funkgenau dank Regulierzusätze. Platzprobleme und fehlendes Fachpersonal zur Wartung und Instandhaltung waren das größere Problem, sodass die altbewährten Zentralen einem kleinen 19"-Schrank weichen mussten. Heute sind die "Bahnsteiguhren" funkgeführte "Stand-Alone-Uhren" die für sich arbeiten - ganz ohne Hauptuhr...

Die Größte T&N Uhrenzentrale die gesichtet wurde, stand bei der Deutschen Bundesbahn in Frankfurt / Main. Sie bestand aus zwei Hauptuhren, 1/1"-Invarpendel, 4 Zwischenschränken mit insgesamt 100 Minuten-Nebenuhrlinien und 12 Fernsteuerlinien. Sie hatte eine Gesamtbreite von 3,31 Metern und konnte noch um 20 Minutenlinien im Bedarfsfall erweitert werden. Das wären rein rechnerisch, unter Nichtbeachtung des ohmschen Gesetzes und planungstechnischer Logik, 2400 anschließbare Nebenuhren!

Die Bundesbahn hatte Sonderwünsche und etwas andere Ansprüche an den Bau ihrer Uhrenzentralen sodass dort keine Baustufen zum Einsatz kamen. Beispielsweise verzichtete die Bahn auf Kunststoff-Drucktasten sondern wünschte die Jahrelang erprobten Kellog-Schalter. Grundsätzlich waren die Bahn-Zentralen ab den 60er Jahren Modular erweiterbar und hatten (fast) alle die gleichen Anschlusspläne. Ausnahmen bildeten die hessischen Gebiete, die eine günstigere Bauweise bevorzugte. Wabern, Gießen und Treysa wurden seinerzeit mit einer Standuhrenzentrale mit 3/4"-Invarpendelhauptuhren ausgestattet. Ein ungewöhnliches Bild für Kenner solcher Zentralen. Kaufpreis dieser Kurzpendel-Standzentralen lag bei rund 20.000,- DM. Damit waren sie deutlich günstiger als Ihre großen Geschwister-Zentralen. Auch verzichtete die Bahn auf Kontroll-Nebenuhren für all ihre Nebenuhrlinien. Stattdessen wurden Kontroll-Nebenuhren je Uhrenrelais verbaut. Wichtige Nebenuhrlinien konnten zur Überwachung gegen Ausfall mit Tonfrequenzüberwachung oder mit Kontroll-Nebenuhrweken ausgestattet werden. 










Fernsteuerung von Haupt- und Nebenuhren

Fernsteuerungsstrecke eines Uhrenverbundes



Im Uhrennetz der DB bestand der Zwang alle Uhren und Uhrenanlagen auf eine einheitliche Zeit zu bringen, da selbst 1 oder 2 Minuten Abweichung erhebliche Probleme bei der Abwicklung des Zugverkehres mit sich bringen. Aus diesem Grund wurde die sogenannte Fernsteuerstrecke konstruiert, um alle Zentralen und die damit verbundenen Nebenuhren auf die exakt gleiche zeit bringen zu können. Somit konnte eine Genauigkeit erzielt werden, die eine Maximalabweichung von 2 bis 5 Millisekunden aufweist.

Jede Bundesbahndirektion und weitere wichtige Orte bekamen eine Uhrenzentrale, die alle miteinander und untereinander Verbindungen hatten. Zeitgebend war die Uhrenzentrale in Hamburg, die wiederum Ihre genaue Zeit vom hydrographischen Institut Hamburg bekommen hat.

So entstand eine durchgehende Hauptuhren-Gleichlaufhaltung von Hamburg bis München auf den wichtigen Uhrengroßnetzknoten Hamburg - Essen - Frankfurt/aM - Nürnberg.

Im obigen Bild ist schematisch die Funktion dargestellt.

Hauptuhr A (oder Uhrenzentrale A) sendet Ihren Minutenimpuls außer zu den Nebenuhren zusätzlich an einen sogenannten Stromstoßgeber (SG). Dieser SG wandelt den Rechteckimpuls in Hochspannungsimpulse um, die über ein Schutzübertrager in das Regulierungsnetz eingespeist werden. Am Ende der Strecke befindet Sich ein SGR - ein SG mit einer zusätlichen Regulierfunktion. Dieser SGR empfängt den von HU A ausgesendeten Stromstoß und gleicht ihn mit dem Stromstoß der HU B ab und kann mit diesem Ergebnis die HU B auf die Uhrzeit der HU A einregulieren. Dieser Reguliervorgang wiederholt sich zu jeder geraden Minute.

Auf der Stromstoßstrecke sind aber noch weitere Schutzübertrager installiert. Diese Führen zu einem SUR (Stromstoß-Uhren-Relais). Ein SUR ist in der Lage einen Stromstoß einfach wieder in ein polwendenden Minutenimpuls zurück zu formen um direkt Nebenuhren anzusteuern. Eine ÜNE (Überwachungs- und Nachstelleinrichtung) besorgt hier die nötigen Kontroll- und Stelleinrichtungen um diese stationären Uhren zu Kontrollieren. Dieses System wurde an Haltepunkten oder Bahngebäuden mit geringerer Anzahl von Uhren, oder an Orten mit weniger hoher Ausfallsicherheit eingesetzt.

Wenn nun die Stromstöße der HU A aus unerfindlichen Gründen ausfallen, so übernimmt HU B die gesamte Steuerstrecke und Versorgt sämtliche SUR auf der Stecke. Damit ist eine besonders hohe Ausfallsicherheit erreicht.

Mit einer Stromstoßlinie kann man bedenkenlos 30 bis 60 km überbrücken, je nach Wicklungsverhältnis der SchÜ. Muss man höhere Entfernungen überbrücken so kann man eine sogenannte SE (Stromstoß Erneuerung) in die Strecke einbinden. Die SE nimmt Stromstöße gleich welcher Richtung auf und gibt diese Verstärkt in die jeweils andere Richtung wieder aus.


Mehr Infos zum Thema? Hier:




ZDZ II - Zeitdienstrzentrale der T&N

Die Zeitdienstzentrale ZDZ II  wurde konzipiert um die althergebrachten, aufwendigen elektromechanischen Pendeluhr-Zentralen abzulösen. Die Vorteile liegen auf der Hand: preiswertere, kleinere und leichtere Halbleitertechnik, Modulbauweise und allgemein handlichere Technik die auf einfachste Weise beliebig erweitert werden kann. Die ZDZ II konnte einfach in das vorhandene System der Fernsteuerstrecke einbezogen werden und konnte durch DCF77 den Sekundentakt (Jedoch nicht die genaue Zeit) der Anlage synchronisieren.


Mehr zum Thema...? Hier:

ZDZ II - Zeitdienstzentrale
ZDZ_II[1].pdf (4.03MB)
ZDZ II - Zeitdienstzentrale
ZDZ_II[1].pdf (4.03MB)


ehemalige ZDZ II der BASA Gießen - ausgelegt für 48 Linien


ZDZ II - Detaillansicht Mess- und Überwachungseinrichtung


ZDZ II - Detaillansicht - Impulsverstärken aufgezogen, Flugverdrahtung
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